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Bagamoyo

Bagamoyo liegt ca. 80 km nördlich von Daressalam an der Küste des Indischen Ozeans. Mit seinen offiziell 44.000 Einwohnern (Summe der beiden Bezirke Dunda und Magomeni, Volkszählung 2012 – tatsächlich jedoch vermutlich bereits über 50.000 Einwohnern) liegt Bagamoyo, das immer noch nicht über eine eigenständige städtische Infrastruktur und eigene Stadtrechte verfügt, auf gleicher Höhe wie die (nur durch die Straße von Sansibar von Bagamoyo getrennte) Gewürzinsel Sansibar.

Der Wallfahrtsort Bagamoyo zählt neben Lamu, Mombasa und Kilwa zu den geschichtsträchtigsten Orten Ostafrikas und war viele Jahre sogar als Bestandteil eines neuen UNESCO-Weltkulturerbes “Ostafrikanische Sklaven- und Handelsroute” im Gespräch. In keiner anderen Stadt Ostafrikas liegen die alten Zeugnisse des Islam und der christlichen Missionierung, der Fremdherrschaft der Perser und Araber, der Sklaverei, der großen europäischen Entdecker wie Livingstone, Speke oder Burton sowie des deutschen und britischen Kolonialismus so dicht beisammen wie in Bagamoyo.

 

Die Geschichte von Bagamoyo ist vor allem durch Händler aus Persien, Arabien und dem heute indisch-pakistanischen Raum, sowie durch christliche Missionare und Entdecker und durch die deutsche und englische Kolonialherrschaft beeinflusst worden.

Bereits im 8.–9. Jahrhundert haben sich in der Gegend um Bagamoyo aus Persien stammende Shirazi niedergelassen, denen im 14. Jahrhundert nach der Eroberung des Staates Shiraz durch die Mongolen (1362) weitere folgten. Die Kaole-Ruinen rund 5 km südlich von Bagamoyo, mit Überresten von zwei Moscheen und einigen Grabstätten, lassen sich auf das 13. Jahrhundert zurückdatieren und zeigen die Bedeutung des Islam in dieser Region schon zu frühen geschichtlichen Zeiten.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war Bagamoyo ein kleiner unbedeutender Handelsort, in dem Fisch, Salz und Baumharze gehandelt wurden, die Bevölkerung aber vorwiegend aus Fischern und Kleinbauern bestand. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es Handelshafen für Elfenbein und Sklaven, die vom Hinterland aus den Regionen um Morogoro, den Tanganjikasee und Usambara herangeschafft und auf Boote nach Sansibar umgeladen wurden. Dies erklärt auch den heutigen Namen der Siedlung, denn Bagamoyo („Bwaga-Moyo“) bedeutet „Leg dein Herz nieder“ auf Swahili, weil die Sklaven, die auf Dhaus nach Sansibar verschleppt wurden, ihre Heimat niemals wiedersahen.

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